Ich lese „64“ von Hideo Yokoyama – Lesetagebuch

Nun hat die gemeinsame Leserunde, organisiert von Buechermonster und Life4Books, begonnen.

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Neben kurzen Twitter-Nachrichten (s. Hashtag #wirlesen64) und Bildern bei Litsy, werde ich hier ein kleines Lesetagebuch führen. Das hilft, die Geschehnisse im Auge zu behalten und Gedanken zu ordnen. ACHTUNG SPOILER!

Tag 23 – 12.05.2018

Mikami hat sich zu offener Berichterstattung erklärt. Nach seiner Rede gab es das Statement von den Presseleuten, dass sie ihn als Pressedirektor schätzen. Nun steht dem Besuch des Inspektors nichts mehr im Wege.

Tag 22 – 11.05.2018

Mir ist aufgefallen (und eingefallen) was an dem Buch so anders ist. Es fehlt der Hintergrund und das Nebensetting der Familie und Freunde. Mikami ist absoluter Einzelgänger. Er macht sehr viel mit sich selbst aus. Die Wortwechsel sind meistens auf Arbeitsinhalte beschränkt. Als Mikumo ihre Ansichten kundtut ist dies geradezu eine Offenbarung und bricht die gesamte Szene und auch die angespannten Beziehungen auf.

Auch privat (wenn man davon sprechen kann) ist Mikami ein Mann ohne Worte. Die Beziehung zu seiner Frau ist aus meiner Sicht keine wirkliche Beziehung mehr. Auch seine Tochter hat er sicherlich durch seine Wortkargheit ein Stück weit verloren.

Dieser Aspekt der Distanz macht für mich das Lesen schwerer, denn ich, als sehr kommunikativer und geselliger Mensch, mag auch die Kommunikation und Freundschaften in Geschichten. Fehlt diese, ist es eine Art der Isolation, die bedrückend ist.

Tag 21 – 10.05.2018

Gestern noch war der Inhalt spannend und die Presseversammlung trieb mich im Lesen voran. Heute ist es wieder alles so zäh gewesen. Vielleicht war es auch einfach kein Lesetag für mich. Bin bis Kapitel 52 gekommen, da ich tatsächlich Kapitel 50 und 51 zweimal lesen musste und hoffe, dass es morgen besser wird.

Tag 20 – 09.05.2018

In der Besprechung um die Probleme der Untersuchungsgefängnisse kam mir der Gedanke, dass es sicherlich so ähnlich beim Diesel-Skandal abgelaufen sein muss. Wer weiß was alles vor PR-Veranstaltungen bei uns so gemauschelt wird.

Habe ein bisschen was über Japan gelesen. Background Infos sind gar nicht mal verkehrt bei dem Buch. Hätte ich vielleicht gleich am Anfang machen sollen.

Tag 19 – 08.05.2018

Bis Kapitel 45 gelesen, wobei ich denke, dass das Kapitel 43 zu den Schlüsselkapiteln gehört. Hier tritt Mikumo in den Vordergrund und zeigt ihre Sicht auf die Dinge und das System. Sie vertritt die Ansicht, dass „Alle [die zur Polizei gehen] wollen sie anderen helfen, alle wollen sie ihren Teil dazu beitragen, die Welt ein Stückchen besser zu machen.“ (S. 420). Damit verstärkt sie die positiven Gedanken von Mikami, die dieser schon längst verdrängt hat.Sie glaubt, dass wenn der Polizeiapparat aufgeschlossener und weniger taktisch gegenüber der Presse auftreten würde, das ganze Gefüge besser und positiver funktionieren würde (vgl. 421).Polizei und Presse würde gemeinsam bessere Arbeit leisten.

Tag 18 – 07.05.2018

Wieder kaum gelesen. Hänge im Kapitel 42. Die Leserunde geht nur noch 3 Tage. Mal schauen wie lange ich noch brauche.

Tag 17 – 06.05.2018

Gestern gar nicht gelesen, heute nur ein bisschen. Ok, es ist nicht mein Buch. Es ist gut, aber nicht mein Buch. Bin auf den Twist gespannt, der da noch kommen soll.

Tag 16 – 04.05.2018

Bis Kapitel 40 gelesen. Die Story schreitet voran. Das merkwürdige Verhältnis von Japanern zu ihrer Arbeit wird immer klarer. Aber Mikami arbeitet selbst dafür wohl ein klein bisschen zu viel.

Tag 15 – 03.05.2018

Zweiten Leseabschnitt der Leserunde beendet. Meine Antworten zu den Fragen findet ihr auf Kaisu’s Blog.

Was hat Mikami nur mit seinem Äußeren?
Genialer Monolog von der Bekannten. Sie hat einige meiner Gedanken ausgesprochen, ich bezweifle aber, dass Mikami irgendwas ändern wird. Er ist ein Mann. Liegt es vielleicht daran? Sind mir Bücher mit weiblichen Protagonisten lieber? Laut meinem Kollegen soll das Buch ein wirklich erstaunliches Ende habe. Da bin ich sehr gespannt.

Tag 14 – 02.05.2018

Bis Kapitel 33 gelesen. Die Geschichte nimmt den roten Faden auf und Rätsel werden gelöst. Sehr angenehm zu lesen. Habe den Gedanken, dass Mikami nicht nur Protagonist sondern in Teilen auch Antagonist ist. Gerade in Kapitel 32 wird es deutlich, wenn er sich über 10 Seiten Gedanken zur Maschinerie der Polizei und Presse macht und eigentlich zum Schluss kommt, dass er da nicht mitspielen sollte/will, dann aber innerhalb von einer Seite all das über den Haufen wirft, weil er GLAUBT seine Frau würde es nicht mitmachen und es wäre schlecht für sie. Dabei ist das Verhältnis der beiden schon so nicht das Beste.

Tag 13 – 01.05.2018

Obwohl es ein freier Tag war, habe ich nur bis Kapitel 30 geschafft. Aber es wird spannend. Es ist halt kein Buch, dass man „schnell“ durchliest. Langsam komme ich aber rein, aber jetzt rückt auch die alte Ermittlung in den Vordergrund.

Tag 12 – 30.04.2018

Leider nur 20 Seiten geschafft. Aber die Geschichte nimmt nun den roten Faden auf und ich bin gespannt wie es weiter geht.

Tag 11 – 29.04.2018

So der Kindergarten ist explodiert und vielleicht ist jetzt Ruhe. Ich glaube das zwar nicht, aber immerhin hat jetzt der Presse-Boycott mehr mit dem „aktuellen“ Fall zu tun.

Ich glaube dieses Buch ist nur etwas für Leser, die bereits japanische Gepflogenheiten und Traditionen kennen.

Gelesen bis Kapitel 22. Wenn ich mit den anderen aus der Leserunde mithalten möchte, müsste ich nun jeden Tag 50 Seiten lesen. Machbar?

Tag 10 – 28.04.2018

Heute ein bisschen mehr Zeit gehabt um zu lesen und tatsächlich den ersten Abschnitt der Leserunde beendet. Leider läuft diese irgendwie nicht so gut oder aber ich bin bisher dem falsche sozialen Kanal (Twitter) verstärkt gefolgt. Das demotiviert mich ein wenig.

Das Buch erinnert mich im Umfang und der „Lesefreude“ sehr an „Herr der Ringe“ oder „Der Graf von Monte Christo“. Ersteres habe ich nur dank toller Lese- und Twitter-Runde geschafft. Den Grafen musste ich für die Schule lesen und habe da noch sehr negative Erinnerungen an einen Winterurlaub mit Buch vor der Nase.

Der Presse-Boykott hat ihren Höhepunkt erreicht. Juhu.

Tag 9 – 27.04.2018

Bis Kapitel 17 gelesen. Weiter geht es mit dem Presse-Kindergarten. Es ist anstrengend dieser „Struktur“ eine Chance zu geben oder Vorteile darin zu erkennen. Es wird aber nicht nur in der PR gemauschelt, vertuscht und „erpresst“, sondern es kristallisiert sich heraus, dass auch in der gesamten Präfektur D etwas nicht mit rechten Dingen zu geht.

Mikami ringt mit sich, wer er sein möchte. Er ist zwar ganz klar ein Karriere-Mann (so sagt er selbst, dass Job der Familie vorgeht), doch hat er auch eigene Prinzipien und will nicht der Wachhund von irgendwem sein.

Für mich ist es undenkbar, dass man einfach von A nach B versetzt wird und man dies über Jahrzente mit macht.

Tag 8 – 26.04.2018

Bis morgen schaffe ich es wohl nicht den zweiten Leseabschnitt (bis Seite 358) zu beenden, aber mittlerweile bin ich gut im Buch angekommen. Leider komme ich aus trivialen Gründen nicht dazu, mich mal in Ruhe hinzusetzen und zu lesen.
Im heutigen Abschnitt (bis Kapitel 15) löste sich ein bisschen das Rästel um Ayumi und was vor ihrem Verschwinden vorgefallen ist. Wird sie wieder von alleine nach Hause kommen? Und wird sie dann noch wie Ayumi aussehen?

Tag 7 – 25.04.2018

Nur Kapitel 12 im Bett zu Ende gelesen. Futawatari ist mir ein bisschen unheimlich. Die Beschreibung von Mikami lässt ihn wie einen Psychopathen erscheinen.  Würde mich nicht wundern, wenn er bereits über Leichen gegangen ist.

Tag 6 – 24.04.2018

Bis Seite 117 (Kapitel 13) gelesen. Hätte gerne noch weiter gelesen, bin aber eingeschlafen. Die Geschichte geht voran und es werden immer mehr vergangene Erlebnisse offenbart.

Ich hoffe der Fall 64 kann nach 14 Jahren doch noch gelöst werden.

Tag 5 – 23.04.2018

Gestern habe ich ein bisschen pausiert, weil ich tagsüber unterwegs war und als ich dann todmüde im Bett die ersten Sätze von Kapitel 9 gelesen habe, fielen mir sofort die Augen zu. Diese „Diskussionen“ mit und über die Presse sind irgendwie nicht meins. Ich denke dafür wahrscheinlich zu westlich (fragt sich wie die anderen das sehen).

Nun bin ich aber bei Kapitel 11, beziehungsweise bis Seite 103 gekommen und wären mir gestern nicht tatsächlich die Augen zu gefallen, hätte ich garantiert weiter gelesen. Es rückt der Fall 64 mehr in den Mittelpunkt und ich verfolge mit Spannung die Erzählungen über die alten Ermittlungen und die neuen Schritte von Mikami, der ein bisschen wie ein Detektiv anfängt zu überprüfen, was damals falsch gelaufen ist und wie der Stand der Dinge ist. Mal schauen wie es weiter geht.

„Lange Reihen von Setzlingen wirkten wie ein Schaubild, das die Perspektivelehre illustrieren sollte.“ (Hideo, S. 96)

Tag 4 – 21.04.2018

Der Plan, den ersten Leseabschnitt heute fertig zu lesen, ist leider gescheitert. Gekommen bin ich nur bis Kapitel 9 ( S. 79). Trotz schönem Wetter, Zeit und Eistee auf der Terrasse.

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Woran liegt es? Nicht unbedingt am Buch, denn in letzter Zeit habe ich häufig Schwierigkeiten mich längere Zeit (mehr als 30 Minuten) auf eine Lektüre zu konzentrieren. Leider trägt momentan die Handlung von „64“ nicht besonders dazu bei, dass ich dran bleiben will, denn es plätschert so dahin. In den drei Kapiteln, die ich heute gelesen habe, geht es um das Verschwinden von Mikamis Tochter und den Besuch der Familie aus dem Fall 64.
Es ist gut zu lesen und auch interessant, wie anders die Kultur ist, nur spannend ist es leider nicht besonders.

Tag 3 – 20.4.2018

Gelesen bis zum 6ten Kapitel (S. 55). Hauptsächlich in der Bahn gelesen. Es ist momentan nicht so spannend, als dass ich mich zu Hause in einer Ecke mit dem Buch verkrümeln müsste. Es hat ein bisschen „Herr der Ringe“ Charakter. Nicht allzu spannend in machen Passagen, aber auch nicht langweilig. Ich mag den Stil sehr, denn es ist realistisch geschrieben. Alle Dialoge sind klar und nicht übertrieben und auch die Aktionen und Reaktionen menschlich. (Beim letzten Buch fiel plötzlich ein Mann durch die Decke. Die Erklärung war sehr dubios. So sollte man Charaktere nicht einführen.)

Mittlerweile wurde der Chef von Mikami vorgestellt. Ein unangenehmer Mann.
In diesem Zusammenhang gab es auch eine erste Erklärung zum Fall „64“. Die angekündigte Presse-Tour wird sicherlich schief gehen.

Nun ist die erste Diskussionrunde auf Büchermonster veröffentlicht. Komischerweise kann ich die gestellten Fragen auch jetzt schon ganz gut beantworten. Ich hoffe bloß die nächsten 100 Seiten beinhalten noch ein wenig Spannung. 🙂

Tag 2 – 19.4.2018

Bis Seite 38 gelesen und damit die ersten drei Kapitel abgeschlossen. Die anfängliche Spannung und meine Neugierde haben ein bisschen nachgelassen, denn das gesamte Kapitel 2 erörterte nur das Presse-System in Japan. Dies ist zwar recht interessant, denn es gibt einige Unterschiede zur europäischen Presse und die Spannung die zwischen Polizei und Presse herrscht wird nur allzu deutlich, jedoch bringt es keinen roten Faden voran und wirft keine großen Fragen auf.
Allerdings frage ich mich, ob der angegebene Grund von Mikami, warum die Polizei den Namen der Unfallverursacherin nicht raus gibt, tatsächlich das Recht auf Privatsphäre ist.

Tag 1 – 18.04.2018

Die ersten 25 Seiten liegen hinter mir. Ich habe sehr gut in die Geschichte herein gefunden. Yokoyama hat einen flüssigen schönen Schreibstil und auch die Übersetzung scheint gelungen zu sein. Selbst Beschreibungen von Mikamis Arbeit, über fünf Seiten, sind nicht ermüdend, sondern interessant. Über manche Überlegungen des Protagonisten musste ich etwas schmunzeln. Er ist sehr auf seine Arbeit bedacht.

5 Comments

  1. ich glaube, dass es für das Buch nicht gut ist, wenn man es zu extrem stückelt – für dein Lesetempo kann das Buch ja nichts – aber hast du schon mal japanische Krimi gelesen? Die haben ein gaaanz anderes Tempo und legen ihre Schwerpunkte ganz anders.

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    1. Liebe Kaisu,

      ja ich gebe dir Recht. Ich würde so gerne „schneller“ lesen.

      Ich habe noch keinen japanischen Krimi gelesen, aber mir ist schon bewusst, dass die Schwerpunkte ganz anders sind. Es ist ja auch sehr interessant, nur mein Lesetempo macht es ein bisschen langatmig. 😑

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      1. Das war auch nicht negativ gemeint (merk grad beim lese, dass es so klingt) keiner kann was für sein Lesetempo 😀 daher vllt der Tipp, es danach mal mit einem kürzeren Krimi zu versuchen 😛

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  2. Hallo Kaisu,

    ich habe es jetzt gar nicht allzu sehr negativ aufgefasst.

    Meinte aber meine Kommentare und Leseeindrücke auch nicht „negativ“. Nur zusammen mit meinem Lesetempo war es ein bisschen anstrengend. Und ich muss auch sagen, dass mich die Presse-Struktur sehr irritiert und auch ein bisschen aufregt. Ins irgendwie ein bisschen Kindergarten, meiner Meinung nach.

    Ich habe nochmal nachgeschaut und ich habe vor zwei Jahren mal einen vietnamesischen Krimi gelesen. Kann man es ein wenig vergleichen??

    Liebe Grüße Moony

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    1. Ehm… nö.
      Keine Ahnung XD
      Hab noch keinen vietnamesischen Krimi gelesen.

      @Presse
      Andere Länder, andere Sitten. Und die Unterschiede sind schon extrem, zumal das Buch nicht gestern geschrieben wurde. Müsste man mal recherchieren, wie die Pressearbeit in Japan funktioniert. Kann mich ja mal mit Sebastian kurz schließen 😀

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