30 Bilder in 3 Tagen?! Rezension

30 Bilder in 3 Tagen von Georg Kleber

Bilder-Serien zu erstellen kann beim Malen und Zeichnen sehr hilfreich sein, den eigenen Stil zu entwickeln. Zudem kann man sich auf die Technik und das Material konzentrieren, denn das Motiv ist bereits festgelegt. Bei dieser Methode werden zudem Hemmnisse abgebaut, neues zu versuchen und zu experimentieren. Georg Kleber hat sich die Methode der Serie zu nutze gemacht und daraus ein Kurs-Angebot entwickelt, bei dem man an einem Wochenende seine eigenen Malblockaden durchbrechen kann. Neben dem Kursangebot hat er die Methode auch im Buch „30 Bilder in 3 Tagen“ erläutert, welches nun in der dritten Auflage im EMF Verlag erschienen ist.

Inhalt & Mehrwert

Das Buch verspricht, dass man in nur drei Tagen seinen inneren Kritiker abstellen kann und den eigenen Perfektionismus los wird. Insgesamt ist das Buch in zwei Abschnitte eingeteilt. Im ersten Abschnitt erläutert Kleber die Methode und Materialien, während im zweiten Abschnitt verschiedene Beispiele in Schrittbildern gezeigt werden. Diese Bilder entstanden alle in seinen Kursen.

Die Einführung, bzw. der erste Abschnitt zur Erläuterung nimmt mit 20 Seiten dabei der kleineren Teil der 112 Seiten ein. Auch wenn im zweiten Teil bei jedem Bild weitere Informationen zur Methode stehen, ist der Einführungsteil eindeutig zu kurz. Hier schwingt auch ein bisschen der Slogan „Alles kann, nichts muss“ mit, was keine Hilfe für Anfänger und Perfektionisten ist.

Zur Inspiration und für den Start gibt es eine Brainstorming-Liste an Materialien, Themen und Umsetzungsmöglichkeiten. Leider geht Kleber hier nur nicht auf alle Stichpunkte ein und auch die Liste ist nur abfotografiert, was das Lesen erschwert.

Insgesamt hat die Methode vier Schritte, die gut bebildert erläutert werden. Leider sind die vier Schritte praxisbezogen gut erläutert, doch es fehlt der Theorieanteil, bzw. nur kurz angerissen. Denn gerade im vierten Schritt ist es wichtig, ein bisschen mehr zu Bildaufbau und Bildspannung zu wissen. Eventuell auch zur Farblehre. Dies wird gänzlich ausgeklammert.

Im restlichen Buch werden 41 Arbeiten aus Klebers-Kursen besprochen, wobei auch hier nicht alle Zwischenschritte erläutert werden. Dieser Teil hilft ein bisschen Inspiration zu sammeln und auch neue Material-Ideen zu erhalten. Leider konnten mich selbst viele der sehr abstrakten Endergebnisse nicht überzeugen. Dies ist aber natürlich Ansichtssache.

Layout & Material

Das Buch ist kartoniert und quadratisch im Format. Dadurch kann man sehr gut darin vor und zurückblättern. Die Größe ist gut gewählt. Alle Abbildungen im zweiten Teil sind groß abgebildet, sodass auch Details gut betrachtet werden können. Bild und Textverhältnis sind sehr harmonisch.

Insgesamt ist das Buch sehr minimalistisch im Design, so ist z.B. eine serifenlose klare Schrift gewährt und im beschreibenden Teil sind wichtige Aussagen zur Methode mit grauem Hintergrund hervor gehoben.

Großes Manko: Die abfotografierte Tabelle, durch die das Buch an Seriosität und Inhalt einiges genommen wird.

Zusammenfassung & Bewertung

Ich habe mich sehr über dieses Buch gefreut, denn mein Perfektionismus steht mir häufig im Weg und bisher hatte ich auch noch keine Idee, wie ich an abstrakte Bilder heran gehen kann. Der Einstieg in abstrakte Bilder wurde mir mit dem Buch erleichtert, doch dann hat es mir im Stich gelassen.

Da so wenig auf die Methode und die möglichen Umsetzungen, sowie auf Bildtheorie eingegangen wird, kann ich das Buch Anfängern nicht empfehlen.
Durch die eigene Erfahrung (Bericht folgt), kann ich sagen, dass die Methode Spaß macht, aber mit jedem Schritt anstrengender wird und die Masse schon fast zu viel ist, wenn man alleine an den Bildern arbeitet. Hier fehlt die Motivation, denn Sätze wie „[…] die 30 Arbeiten müssen nicht unbedingt in drei Tagen fertig werden.“ (S. 9) helfen nicht allzu viel.

Das gesamte Buch hat den Beigeschmack einer Werkschau. Ein wirklicher Gewinn ist es für die Kursteilnehmer und sehr Fortgeschrittene, die neue Inspiration für die Herangehensweise an abstrakte Malerei suchen.

Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen und bedanke mich bei dem EMF Verlag für das Rezensionsexemplar.

Kleber, Georg: 30 Bilder in 3 Tagen: Die perfekte Methode zur individuellen Bildfindung. Igling, 2019. ISBN 978-3-96093-377-9

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