Motivation für Kunst und Kalligrafie – Eine Rezension

Auch die Schrift gehört zur Kunst, spätestens wenn man seine Werke signiert. Aber man kann Schrift auch zur Kunst machen. Sigrid Artmann ist eine der Künstlerinnen die sich mit Schrift und Schriftbildern in der Kunst beschäftigt. Nun ist ihr zweites Buch im frechverlag erschienen. Bereits ihr erstes Buch hatte mir gefallen, da es nicht nur um das Erlernen von Kalligrafie geht, sondern um das Weiterentwickeln der eigenen Handschrift und das Einbinden dieser in die eigene Kunst. Dies greift sie auch in ihrem neuen Buch „Calligraphy yourself!“, ich im Folgenden näher vorstelle.

Inhalt und Mehrwert

Das Buch ist in neun inhaltliche Kapitel eingeteilt, wobei die ersten drei Kapitel sich vorerst mit den Themen „Wörter finden“, „Notizen machen“ und „Den Flow finden“ beschäftigen, also nur indirekt mit dem Thema zu tun haben. Die erste Übung zum Thema Kalligrafie und der eigenen Handschrift wird auf Seite 39 erläutert. Dabei scheint das Motto von Frau Artmann „Mach es einfach!“ zu sein. So betont Sie immer wieder, dass wir einfach mal „ausARTen“ sollen. Auf Schreibwerkzeug und passendes Material zur Kalligrafie geht Frau Artmann nur am Rande ein, es wird sehr allgemein gehalten.

Im gesamten Buch stellt die Künstlerin nur zwei Schriften vor: Ihre eigene entwickelte Schrift die „Bold Beauty“ und die Sütterlinschrift. Ihre eigene Schrift ist sehr einfach zu erlernen, während man für Sütterlin schon ein wenig Übung braucht. Die Sütterlin wurde von Frau Artmann gewählt, um zur eigenen Handschrift geleitet zu werden und diese expressiver zu gestalten. Der Duktus der Sütterlin soll in die eigene Handschrift aufgenommen werden (vgl. S.71).

Für diese Veränderung der Handschrift sind nur vier Seiten im großformatigen Buch vorgesehen. Es folgen noch Beispiele, wie die „Bold Beauty“ und die eigene Schrift oder Sütterlin kombiniert werden können. Hier gibt es auch eine Schritt-für-Schritt Anleitung.

Im abschließenden Kapitel gibt es einige Projektbeispiele von Frau Artmann, darunter auch die Möglichkeiten von Guerilla-Projekten draußen.

Zum Buch gibt es im TOPP-Downloadbereich 12 kurze Videos ohne Ton. Viele davon sind Video-Schleifen, welche Frau Artmann bei der Arbeit zeigen. Ich empfand diese Videos überhaupt nicht hilfreich.

Layout & Material

Einen Plus-Punkt bekommt das Buch für seine Gestaltung. Das Hardcover hat ein sehr raffiniertes Cover. Die Schrift ist glänzend, auf mattierter Fläche. Es fasst sich wunderbar an und auch die Größe in DIN A4 ist passende gewählt.

Das raffinierte Layout setzt sich im Buch fort, ist dort aber sehr großzügig gewählt, sodass das Verhältnis von Inhalt und Zierde nicht gut verteilt ist. Überschriften besonders groß über eine ganze Seite zu setzen empfinde ich als überflüssig.

Aus künstlerischer Sicht hat das Buch jedoch seinen besonderen Charakter und Wert. Ein Buch, dass man sicherlich öfters zur Hand nimmt, um darin zu blättern.

Bewertung und Zusammenfassung

Frau Artmann ist im gesamten Buch sehr provokant, taff und versucht die Leser zu eigen Kreationen zu motivieren. Es fehlen aber Material-Hinweise, Layout-Erläuterungen und auch die Vielfältigkeit der Kalligrafie kommt relativ kurz.

Trotzdem ist das Buch ein Hingucker und toll illustriertes Buch. Ich empfehle es LeserInnen mit gewissem Vorkenntnissen oder die bereits das erste Buch von Frau Artmann kennen. Gerne kann das Buch an Kreative, die ein Fabel für Kalligrafie und Handlettering haben, verschenkt werden.

Es ist kein Buch für Anfänger, die noch nie eine Feder in der Hand hatten.

Aus den genannten Gründen bekommt das Buch von mir 3 von 5 Sternen.

Artmann, Sigrid: Calligraphy yourself : Dein Leben, deine Kalligraphie! Stuttgart: frechverlag, 2018. 128 Seiten. ISBN 978-3-7724-8324-0

Vielen Dank an den frechverlag für das Rezensionsexemplar.

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