Pen & Paper auf Hoher See

Ich habe mit meiner Pen & Paper „Private Eye“ Rollenspielrunde das Abenteuer „Eine tödliche Wette“  gespielt und wir sind zum Glück nicht seekrank geworden, werden wohl aber so schnell kein Schiff mehr besteigen. Warum das so ist und ob der Abenteuerband sich lohnt, erzähle ich euch in diesem Beitrag.

20160505_114724.jpgDer Abenteuerband „Eine tödliche Wette“ enthält zwei Abenteuer.

Bei dem Hauptabenteuer „Die tödliche Wette“ werden die Detektive dazu eingeladen, an einer Seefahrt teilzunehmen, denn der Besitzer des Dampfers hat eine Wette abgeschlossen und möchte, dass es keine Vorfälle an Deck gibt und der Dampfer sein Ziel erreicht.

Der Zeitrahmen, in dem das Schiff den Zielhafen erreichen muss ist vorgegeben, was für unsere Spielrunde ein paar negative Seiten hatte. Zunächst war meine Vorbereitung als Spielleiterin sehr zeitintensiv, denn ich musste einen ganz genauen Zeitplan erstellen, an welchem Tag das Schiff sich wo auf der Reise befindet. Dies machte es auch beim Spielen recht schwer, denn manchmal wurde der Spielfluss etwas holprig. Gerade wenn die Spieler noch wenig Erfahrung mit Pen & Paper haben, kann der genaue Zeitplan ein bisschen behindern, weil die Detektive sich häufig „selbst“ beschäftigen müssen und es auch Phasen ohne Detektivarbeit gibt. Ich habe einige Tage zusammengefasst und kurze Zwischensequenzen und kleinere Geschehnisse erzählt, damit keine allzu großen Pausen entstanden. Sicherlich hätte ich mir selbst auch noch Geschichten und Geschehnisse für den Dampfer ausdenken können. Als Spielleiter braucht man hier sehr viel Vorbereitungszeit!

Das Regelwerk und der Quellenband bieten viele Hintergrundinformationen, sodass der Spielleiter sich viele Aktionen und Möglichkeiten überlegen kann, um einen Tag auf dem Sonnendeck spannend zu machen. Die NPCs werden dabei sehr detailliert beschrieben, so dass ich kein Problem hatte, alle Rollen zu übernehmen und für anregende Gespräche zu sorgen. Auch die Schiffsbeschreibung war sehr ausführlich. Ich musste dazu keine weiteren Recherchen anstellen.

Bild : Annika E.

Das Würfelsystem von Private Eye bietet viele Möglichkeiten den Zufall und die Fertigkeiten der Spieler mit einzubringen. So schaffte es einer der anwesenden Detektive in der Spielrunde an einem Abend im Salon den Billardtisch zu ramponieren und ein heilloses Chaos in der Bibliothek zu hinterlassen. Eine der Damen an Bord fiel die Treppe hoch, während sie spionierte und musste vom Schiffsarzt versorgt werden.

Man sieht, wir hatten beim Spielen eine Menge Spaß und es gab viele Vorkommnisse die nicht geplant waren. Dies hat das Spiel besonders aufregend gemacht und wir konnten das Leben und die Routine an Bord eines solchen Dampfers sehr gut nachvollziehen.

Auch wenn es manchmal kleine ruhige Phasen gab, so waren die Detektive immer gut gefordert und konnten dem roten Faden folgen und die Geschehnisse an und unter Deck entschlüsseln. Rätsel waren genügend vorhanden und der Schluss ein großes Aha-Erlebnis.

Die Schifffahrt hat großen Spaß gemacht, wir haben jedoch nicht damit gerechnet, drei ganze Tage (ingesamt ca. 18 Stunden) zu spielen. Dies sorgte dafür, dass meine Spieler erstmal genug Zeit im 19. Jahrhundert verbracht hatten und nicht sofort mit dem  zweiten kürzere Abenteuer des Bandes weitermachen wollten.

Ich empfehle den Band weiter, denn gerade frisch gebackenen Spielleitern gibt es ein wunderbares Szenario und viel Hintergrundwissen an die Hand. Man taucht ab in ein wundervolles und aufregendes Zeitalter und lernt vieles über die damaligen Verhältnisse. Ich habe nicht allzu viele Vorkenntnisse in Geschichte, aber das Regelwerk und der Abenteuerband (mit 52 Seiten) enthalten alle Informationen, um in die Welt eintauchen zu können. Durch die große Auswahl an Charaktermöglichkeiten kann jeder Spieler einen passenden Detektiv für sich entwickeln und das leichte Proben- und Kampfsystem behindert nicht den Fluss in einem  auf Geschichten basierten Rollenspiel.

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2 Gedanken zu “Pen & Paper auf Hoher See

    1. Also wir sind drei Detektive ( Ein Constable, ein Coroner und eine Gesellschafterin) und auf dem Schiff waren noch 15 weitere Personen (denen ich als Spielleiter leben einhauche), sowie Schiffpersonal (Techniker, Köche und Diener).

      Es gab also ein reges Treiben. 🙂

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